Gracias Senor Raul!

senorAuf dem Videowürfel in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen werden die Spieler des FC Schalke 04 angesagt, immer schön in der Reihenfolge der Rückennummern. Der Stadionsprecher, Dirk Oberschulte-Beckmann, ist bei der Nummer 7 angelangt und das Gesicht von Raul Gonzalez Blanco erscheint auf dem Würfel. Tosender Applaus erfüllt die Arena auf Schalke, nun ist wieder der Stadionsprecher an der Reihe: ,,Und hier ist, mit der Nr.7, SEENOORRR….!!!“ und die Fans in zehnfacher Lautstärke:,,RAAAUUUULLL!!!!!“ . Er wird geliebt und vergöttert in Gelsenkirchen. Der ,,Mr. Champions-League“, er schoss in seinem Lieblingswettbewerb in 144 Spielen 71 Tore, damit ist er Rekordtorschütze im wichtigsten Wettbewerb Europas. Als ihn Schalke, bzw. Felix Magath, aus Madrid loseiste wussten sie genau, wen sie da grade geholt haben: 18 Jahre Real Madrid, dort in 550 Spielen 228 Tore, 102 Nationalspiele für Spanien mit 44 Toren, einen sechsmaligen spanischen Meister und dreimaligen Champions-League Sieger. Der Mann war und ist ohne Frage eine lebende Legende und ein Weltstar, jedoch ohne jegliche Starallüren. Stets ruhig und bescheiden tritt er auf, auf und neben dem Platz. Auf dem Platz verwandelt er sich von Spiel zu Spiel in ein Genie und scheut dabei die Defensivarbeit nicht, er ist das, was man einen Teamplayer nennt. Auch in der Kabine kann er durch seine Erfahrung und seine Ruhe zum absolut wichtigen Akteur werden. Er ist einfach einer, den die Leute lieben und der sie verzaubert. Bestes Beispiel dafür: Es ist der 13. August 2011, Schalke spielt daheim gegen den 1.FC Köln. Köln macht früh die Führung zum 0:1, doch die Königsblauen kommen besser rein in die Partie und drehen die Partie zwischenzeitlich auf 3:1. Doch dann das unfassbare: In der 59. Minute kontert Schalke in Richtung Kölner Tor, Raul ist links am Strafraum postiert und spielt den Ball zentral auf Jan Moravek, der die Abwehrspieler mit einem hohen Ball mitten in den Strafraum überlistet. Während die Kölner noch dem Ball hinterherschauen läuft Raul in den Sechzehner und steht plötzlich alleine vor Torwart Michael Rensing, kann den Ball links oder rechts am Keeper vorbei ins Netz schieben, doch was macht er? Der Senor hebt den Ball über Rensing hinweg ins Tor! Ein Traumtor für jeden Fußballfan! Ein Raunen und Staunen geht durch die Veltins-Arena und alle Fans jubeln überschwenglich. Das Tor wurde in Deutschland am Ende des Jahres zum Tor des Jahres gekürt. Solche genialen Momente machten in auf Schalke zu einem Fußballgott, und diese Momente waren nicht selten. Am 28. April machte er sein letztes Pflichtspiel für Schalke 04 gegen Hertha BSC Berlin in Gelsenkirchen, wobei er auch noch ein Tor schoss. Raul wurde später mit Blumen und einer Ehrenrunde verabschiedet. Er und das ganze Stadion waren emotional aufgewühlt. Alle dachten, dass dies schon sein Schlusspunkt auf Schalke war. Etwas mehr als ein Jahr später, am 27. Juli 2013, kam er doch mit seinem aktuellen Klub Al-Sadd aus Katar für ein offizielles Abschiedsspiel nach Gelsenkirchen. Die erste Halbzeit spielte er für Al-Sadd, die zweite für Schalke und schoss beim ihrem 9:0 Sieg noch zwei Tore. Dann war Ende.

Im Namen aller Schalke-Fans ich mich bei Raul für zwei tolle Jahre, in denen er uns verzaubert und begeistert hat. Eine Legende wie dich, Senor, findet man nicht überall. Und erst recht nicht auf Schalke! Deswegen war es für die Fans und mich ein tolles Erlebnis und hoffentlich auch für dich eine wunderschöne Zeit hier auf Schalke!

Gracias Raul!

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