Wahlkampf 2013 – Die Abrechnung

Am 22. September ist Bundestagswahl und standesgemäß machten die einzelnen Parteien Werbung in eigener Sache, selbstverständlich jeder ein bisschen anders als der andere.

Deshalb ging ich auf Beutezug, um so viele Parteien wie möglich zu plündern und um Bemühen den Wähler zu überzeugen und Reaktionen zu testen.

Es geht gleich mal an einem herrlichen Samstagmorgen los: die SPD erwartet mich an einem Supermarkt, wie schön! Doch wer behauptet hier, dass sie mich erwarten? Genauer genommen stehen sie nur herum. Ich frage höflich eine Person vom Stand, die noch mit dem Rücken zu mir gewandt stand, ob ich denn ein Wahlprogramm haben könnte. Die Person drückt mir einen ganzen Stapel Material in die Hand, inklusive eines Kugelschreibers, jedoch ohne etwas zu sagen oder mich gar anzusehen. Anscheinend möchten die ja gar nicht, dass sie jemand wählt… meine ich.

Zwei Stunden später geht’s auf in das Stadtzentrum, wo deutlich mehr los ist. Als aller erstes werde ich von der MLPD angequatscht: „Hier, schauen sie! Wir sind eine revolutionäre Arbeiterpartei, die…“ Den Rest kriege ich nicht mehr so bewusst mit, weil es beeindruckend ist, mit wie viel Einsatz der Mann, der mir zuvor noch eine Parteizeitung und einen kleinen Zettel gab, versucht, mich von der Grundidee der Partei zu überzeugen. Drei Meter weiter treffe ich die CDU an, die ausgesprochen höflich und mit etwas Humor gewürzt (für mich was ganz neues bei Politikern) mir ein dickes Wahlprogramm, eine Parteizeitung und, der Klassiker, einen Kugelschreiber geben. Von der guten Laune angesteckt gehe ich etwa 800 Meter weiter und wen treffe ich? Die Liberalen von der FDP! Die Gelben sind ebenfalls, wie ihre Koalitionspartner, gut gelaunt. Ich kriege eine Broschüre und einen DIN A-4 Zettel voll mit Zielen der Partei, weil kein großes Parteiprogramm mehr da ist. Freundlich bieten sie mir jedoch an, mir eines nach Hause zu schicken, was ich dankend ablehne. Noch fröhlicher als zuvor gehe ich weiter und sehe an einer Weile „Die Linken“. Dort gibt es bloß eine Parteizeitung und einen kleinen Zettel für jeden. Ich gehe hin frage, ob ich etwas davon bekommen könnte. Fünf Sekunden lang starrt mich die verteilende Person an, gibt mir dann doch

das Programm und zieht ihre Hand schnell wieder zurück. Bloß Menschenkontakt vermeiden, ja keinen Menschen anfassen…

In der Woche der Entscheidung kommt dann doch noch per Post je eine Broschüre der „Piraten“ und eine der „Alternative für Deutschland“. In meiner Sammlung vermisse allerdings „Die Grünen“. Entweder habe nicht richtig aufgepasst oder sie haben sich in irgendeiner nicht begehbaren Seitenstraße platziert. Auch Plakatierung fällt bei den grünen Freunden diesmal viel weniger aus als in den vorherigen Jahren. In der Kategorie „Plakate“ punkten die SPD und die CDU mit vielen großen, nicht zu übersehbaren Plakaten und bleiben somit ganz vorne in diesem Genre. Teilweise auch FDP und „Die Linken“, sowohl auch „Die Grünen“, jedoch nicht so zahlreich. Die AfD und die „Piraten“ kommen mit vielen und kleineren Plakaten anscheinend ganz gut aus. Außerdem tauchen zwischendurch auch ein Paar kleinere Parteien auf wie die PSG, die MLPD und die „Freien Wähler“ auf.

Fazit: Inhaltlich liegen die CDU und die SPD zusammen auf der höchsten Stufe, wobei sich in dem Punkt „Die Grünen“ weit nach unten orientiert haben. Der Sympathie und dem Bemühen nach setzen sich die CDU, FDP und die MLPD oben ab, die SPD jedoch scheint diesen Punkt irgendwie vernachlässigt zu haben, wobei so etwas aber auch, fair gesagt, vom Standpunkt der Partei abhängt.

Wir erwarten eine spannende Wahl! Lasst das Wählen beginnen!                     Bild